Predigt Festgottesdienst am 22.4.2018

Stadtkirche Pforzheim, 50 Jahre Jubiläum 22.4.2018
Dekanin Bärbel Schäfer, Lörrach

Erinnern. Feiern. Zukunft.

Kanzelgruß: Die Gnade unsres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

Liebe Festgemeinde!

Jedes Mal beim Betreten der Stadtkirche ging ich in den Jahren meiner Kindheit und Jugend hier in der Gemeinde auf die Eingangstüre zu, sah die Flammen, die vom Feuer umgebenen Mauern, sah die Geflüchteten, sah Lots Frau. Diese sticht besonders ins Auge, ist sie doch hervorgewölbt. Wie ein in Bronze gegossenes verzweifeltes Aufbäumen beim Anblick der untergehenden Stadt.

Und auch wenn ich nur vorbeilief an dieser Tür, zog sie meinen Blick an. Das Portal will mit „dir, der du vorübergehst, reden“, steht in der Festschrift zur Einweihung geschrieben. Mit mir hat diese Tür, ihre Gestaltung, immer geredet. Mit Ihnen sicher auch!

Sie alle, liebe Geschwister in Christus, sind voll Bilder, voll Erinnerungen in diesen Tagen und Wochen an das, was Sie erlebt, erfüllt, im Blick auf die zurückliegenden 50 Jahre Stadtkirche. 50 Jahre Leben in und um die Stadtkirche. Leben der Stadtkirchengemeinde. Bei mir ist es natürlich auch noch mehr als lediglich dieser Blick auf die Tür der Kirche – es ist ja mein Leben als Kind und Jugendliche, bis ich 1977, nach dem Abitur, mein Studium begann. An anderen Orten.

Erinnern. Feiern. Zukunft.

So habe ich diese Predigt überschreiben, und Lots Frau, ihre Geschichte wähle ich, um über das Erinnern grundsätzlich nachzudenken. Über den Blick zurück. Er war bei ihr tödlich.

Kurz und knapp wird dies im ersten Buch Mose festgehalten: „Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.“ (Gen 19, 26) Vorher wird beschrieben, wie es zu dieser Flucht kam, wie die beiden Engel Lot und seine Familie drängten, die Stadt zu verlassen, die untergehen werde. „Als die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile. ..Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der Herr ihn verschonen wollte, und führte ihn hinaus.. Und dann sprach der eine: Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen Gegend.“

Nachdem dann ausgehandelt war, wohin sie nun gehen sollten, ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen, vernichtet die Städte und die ganze Gegend. „Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.“

Wie deuten wir dies, dass Lots Frau sich nicht an diese Warnung gehalten hat? Dass sie sich umgedreht hat?

„Sie war ungehorsam gegen Gott! Dafür wird sie bestraft!“ Viele Ausleger hoben und heben warnend den Zeigefinger, wenn sie über diese Geschichte sprechen. Ist das die einzige Deutung? Kann uns diese Geschichte nicht auch anderes lehren als „schwarze Pädagogik“? Kann uns die Geschichte von einem anderen Gott erzählen als dem strafenden?

Ich entdecke in dieser Szene, ich sehe in Lots Frau eine Frau, die erfüllt ist mit Erinnerungen an das Leben ihrer Familie in dieser Stadt. Dass diese Stadt, und damit ihr Leben ausgelöscht werden soll, erfüllt sie mit großem Schrecken. Es geht ihr alles zu schnell, es hat sie auch niemand direkt angesprochen, der Engel verhandelt ausschließlich mit Lot, sie muß einfach mit. Sie hat nicht nur keinen Namen, sie wird komplett übergangen. Vielleicht will sie nur einen kleine Moment etwas eigenes tun.. Sie blickt zurück. Sie blickt zurück, weil sie so schnell sich nicht lösen konnte, von dem, was die Stadt ihr bedeutet. Sie blickt zurück, sieht Untergang und Zerstörung. Tod. Und der Blick bannt sie und bindet sie unwiderruflich an den Schrecken dieser Katastrophe.

Erinnern und Zurückblicken ist nötig, birgt aber die Gefahr – und dafür ist diese Geschichte eine Warnung – gebannt, gelähmt zu werden und sich dadurch nicht mehr lösen zu können und so das Leben der Gegenwart und der Zukunft zu verfehlen.

Gott sehe ich deswegen als eine fürsorgliche Gottheit, die die Menschen auf der Flucht schützen will. Sie will sie bewahren vor dem Anblick der brennenden Stadt. Es ist keine Gehorsamsprüfung, sondern eben Fürsorge. Die Salzsäule ist dann nicht der Beleg für die Strafe Gottes, wenn ein Mensch sein Verbot missachtet, sondern sie zeigt, dass der Anblick des Grauens Menschen nicht nur für den Augenblick, sondern für immer den Atem verschlägt.

Die Zerstörung Pforzheims im zweiten Weltkrieg war eine Katastrophe, ein Grauen. Die Tür der Stadtkirche, gestaltet von Ulrich Henn, soll daran erinnern. Erinnern, dass ein solches Verbrechen wie Krieg sich nicht wiederholen darf. Sie, liebe Gemeinde, gehen sonntäglich und an manchen anderen Tagen durch diese Tür, gehen an ihr vorbei, und sehen dann immer auf diese brennende Stadt. Sie blicken damit auf Ihre Geschichte und auf die Geschichte Gottes mit uns Menschen. „Zeitgeschichte – Heilsgeschichte – Menschheitsgeschichte“ formulierte es der damalige Pfarrer Porsch in der schon erwähnten Festschrift.

Was erwächst aus diesem Blicken?

Es erwächst Aufmerksamkeit für den Frieden.

Aufmerksam, sorgfältig sollen Menschen, natürlich nicht nur hier in dieser Stadt, hinschauen: Wo lagen die Fehler der Vergangenheit, was lernen wir aus der Geschichte für eine friedliche Zukunft?

Ich weiß – auch dies wieder eine persönliche Erinnerung an diesen Ort – ich weiß, dass sich die Gemeinden hier an der Stadtkirche (zu meiner Zeit waren es noch zwei) entschieden eingesetzt haben für und in der Friedensbewegung. Hier trafen sich Menschen, die ihre Sorge um die Aufrüstung und den Kalten Krieg umsetzen wollten in kluges Handeln, in aufmerksame Taten. Hier trafen sich Menschen, um sich dafür zu ermutigen und geistlich zu stärken – immer im ökumenischen Miteinander. Der Geist der Ökumene war hier grundsätzlich stark und hat mich und Sie alle auch geprägt. Aus dieser Aufmerksamkeit für den Frieden, der ökumenischen Grundhaltung erwuchs dann auch die Öffnung für Fragen des interreligiösen Dialogs- im Dreiklang von Christentum- Judentum- Islam. In diesem Sinne „Salz der Erde“ zu sein, meine ich als Vision der Gemeinde an der Stadtkirche erkannt zu haben. Und bei dem Stichwort „Salz“ denke ich nochmal an Lots Frau.. die Salzsäule. Lots Frau ist eine Frau auf der Flucht. Das Salz ihrer Tränen aufgrund der Schrecken ließ sie erstarren. Lots Frau sehe ich somit als erstes Fluchtopfer der Bibel. Und wir erkennen daran, was es zu tun gilt in unserer Zeit und was Sie, liebe Mitchristinnen und –Mitchristen ja auch sehr engagiert tun: Sie übernehmen Verantwortung für Menschen, die als Geflüchtete und Asylsuchende hierherkommen. Neben Hilfe auf Ämtern ist Seelsorge an Traumatisierten gefordert. Die Zahl der Hilfesuchenden wird langfristig gesehen, nicht abnehmen… Sie werden weiterkommen – und unserer Sorge bedürfen.

Dass Ihr Gemeindehaus, unweit dieser Kirche, Martin-Luther-King-Haus heißt, zeigt zudem: Sie sind sich als Gemeinde der Aufgabe bewusst geworden, bewusst gewesen und sind es bis heute, dass Sie nicht im Klein Klein einer Parochie versinken wollen, sondern immer wieder sich den Fragen und dem großen Traum von Frieden und Gerechtigkeit stellen. Am 4. April 1968, ebenfalls vor 50 Jahren, wurde dieser große Visionär getötet. Sein Traum von einer vom Rassismus befreiten Erde lebt weiter. Und hat Sie geistlich und inhaltlich gestärkt und geprägt.

Liebe Gemeinde, hier hinter mir ist das Kreuz. Das andere Bild des gleichen Künstlers, Ulrich Henn. Beide Gestaltungen, die Eingangstür und dieses Kreuz korrespondieren miteinander. Da die brennende Stadt, das Unheil, die Erstarrung, die Angst.. Hier Jesus der Christus – seine Arme sind gelöst vom Kreuz, die Seinen um ihn werden von ihm gesegnet. Dieses Bild hat sich mir ebenso stark eingeprägt. Es erzählt mir, dass die Erstarrung in Angst und Tod gelöst werden kann…

Feiern.

Erinnern. Feiern. Zukunft. So mein Thema.

Feiern.

Ein Jubiläum heißt ja nicht nur zurückblicken, sondern auch feiern. Innehalten, sich freuen an Gutem und Schönem, was erreicht wurde. Menschen treffen, die einem wichtig sind, Kraft tanken, lachen. Singen und Musizieren. Ja vielleicht sogar tanzen..??

Was hindert es zu feiern?

Wer noch sehr mit Lasten, mit Altlasten befangen, gefangen ist, kann nicht feiern, nicht aus vollem Herzen zumindest. Ich vermute, die Erfahrung kennen Sie. Das Dunkel, so manches Problem in einem, um einen herum, nimmt gefangen. Oder um in dem eben bedachten Bild zu bleiben: Der Blick zurück kann feiern verhindern! Kann zu sehr gefangen nehmen. Das ist das eine. Das andere: Auch der Blick in unsere Gegenwart, in die Großwetterlage von Politik und Gesellschaft fördert – gelinde gesagt – nicht gerade eine festliche Stimmung. Lädt nicht ein zu feiern.

„Das feiern wir“. Das ist ein Satz, den ich von meinen inzwischen erwachsenen Kindern häufig höre. Und ich gebe zu: Ich höre ihn gerne und: er gibt mir zu denken. Die Formulierung gefällt mir: „Das feiern wir“. Da gibt es ja ganz augenscheinlich irgendeine Erfahrung, ein Erlebnis, das es wert ist, gefeiert zu werden. Da hebt sich etwas vom Dunkel der Sorgen ab, da ist eine Lücke in den Wolken – und das gibt Grund zum Feiern. „Das feiern wir“ – das bedeutet für mich auch, dass dieser Blick bewusst gewagt wird: Etwas zu feiern, einen Grund zum Feiern manchmal durchaus zu suchen, um sich nicht zu sehr lähmen und blockieren zu lassen – das tut der Seele gut. Meine ich.

Die von mir sehr geschätzte Theologin Dorothee Sölle erklärt in einem ihrer Texte, „warum (sie) Gott so selten lobe“.

„warum ich gott so selten lobe/ fragen die freunde mich immer wieder/ verdammt bin ichs denn/ war der bund nicht zweiseitig/ dass er etwas lobenswertes tut oder vorbeischickt/ und ich etwas zum loben entdecke

Ein fabelhafter kontrakt/ er schickt nichts/ ich sehe nichts/ er war schon immer stumm ich schon immer blind/ das ist die melodie dieser welt

Montag war er stumm/ also war ich blind/ am abend torkelte eine wolke vorbei mit goldenem rand/ aber ich schickte sie weg/ die kopfhörer auf/ für die melodie dieser welt

Dann rief wieder einer dieser lästigen freunde an/ warum ich denn so selten.. ich hängte ein

Jetzt habe ich mir vorgenomnenn/ jeden tag drei sachen zum loben zu finden

Dies ist eine geistlich-politische übung von hohem gebrauchswert

Sie verbindet mich mit den müttern und vätern des glaubens /desselben kontraktes/ sie lehren mich sehen/ auszumachen was alles sehr gut ist“

Soweit die Worte von Dorothee Sölle. Eine geistlich- politische Übung ist das, „den goldenen Rand“ zu sehen an der Wolke, dafür eine Brille auf zusetzen.. einen Grund zum Loben, zum Feiern zu suchen und zu finden!!

Sie haben einen Grund gefunden. Sie haben sich entschieden, das Jubiläum zu feiern. Das ist schön. Das zeigt, dass Sie sich eine Zeit des Innehaltens schenken lassen wollen, dass Sie sich diese Zeit gegenseitig schenken. Dass Sie sich freuen wollen an dem gemeinsam Erlebten und Gestalteten. Dass Sie zurückblicken, ohne sich lähmen zu lassen. Dass Sie Kraft tanken wollen für die Zukunft.

Zukunft

Erinnern. Feiern. Zukunft.

Ja, vielleicht wollen Sie auch die Zukunft feiern, oder anders gesagt: feiern, dass wir eine Zukunft haben?

Die Texte der Bibel und der christlich- jüdischen Tradition eröffnen Zukunft. Wecken Erwartung, entwerfen Bilder, die die Macht haben, in die Gegenwart hineinzuwirken. Wie häufig erzählen unsere biblischen Geschichten – wie ja auch die von Lots Frau – davon, dass Menschen sich nach vorne ausrichten mögen und nicht zu viel zurückschauen sollen.. Dass sie dahin schauen, wo Gott Neues schafft.

Wir leben in der Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde – wenn das nicht zukunftsgewandt ist?? Die biblischen Texte in ihrer Breite und Vielfalt sind uns geschenkt. Sie stützen, sie regen unser Denken an, unser ethisches Urteilsvermögen, sie beleben die Phantasie. Was ist denn unser Traum, den wir haben, auf dessen Verwirklichung wir hinleben? Bilder der Zukunft malen und umsetzen und das Bewahren der Schätze der Tradition – beides gehört zusammen, verschränkt sich – beides ermöglich uns, die Gegenwart in den Blick zu nehmen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Sie, liebe Gemeinde, haben durch die Gestaltung ihrer Kirche ganz präsent und anschaulich, ganz begreiflich! – den Bogen, den uns die Bibel vorgibt:

Die Geschichte von Lots Frau. Mit ihr vor Augen, an sie erinnert, betreten wir den Raum.

Einen Raum, in dem wir dann durchbuchstabieren können: Was hindert uns zu leben, was hindert uns, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben und das der Mitmenschen in nah und fern!? Ein Raum, in dem dann entworfen wird und geplant wird: Was sind die konkreten Aufgaben einer Gemeinde für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung??

Dieser „Raum“ gliedert sich hier in diesem Gebäude in einen Raum für Werktag und für Sonntag. Hier das Kirchenschiff ist für den Sonntag entworfen, der Raum daneben hieß „Werktagskirche“. Das erinnert an die biblische Einladung, unser ganzes Leben als einen Gottesdienst zu begreifen und entsprechend zu gestalten. Diese Umsetzung bildet das ab und lädt ein, diese Räume dann auch entsprechend zu füllen.

Noch einmal:

Wir betreten den Raum, durschreiten das Portal der Erinnerung und am anderen Ende erwartet uns der segnende Christus. Gelöst aus dem Bann des Todes, ermutigt er zum Leben und sendet seine Gemeinde in die Nachfolge.

Wie leben wir Nachfolge? Welche Zukunft wollen wir, welche Zukunft erwarten wir? Ich sprach schon von der bedrängenden Großwetterlage, den großen Sorgen um Frieden und die Bewahrung der gefährdeten Schöpfung. Hier sich nicht entmutigen zu lassen, sondern die berühmten „kleinen Schritte“ zu gehen, und als Gemeinde immer wieder konkrete Aufgaben zu übernehmen, das ist, so denke ich, gesetzt im Maßnahmen Katalog der Nachfolge.

Uns alle beschäftigt darüber hinaus auch die Zukunft der Kirche. Und manchmal nimmt das Nachdenken und Debattieren darüber einen allzu großen Raum ein. Die Zukunft der Gebäude, der Liegenschaften, der Zuschnitt von Gemeinden, Fusionen und Kooperationen – zurückgehende Mitgliederzahlen – das hält Menschen in kirchlichen Gremien doch sehr in Atem. Bindet Energie und Kraft. Und erschwert durchaus auch die Lust zum Feiern..

Was kann uns helfen, sich davon nicht entmutigen zu lassen, sich vertrauensvoll senden zu lassen, an der Zukunft der Welt und der Kirche mitzuwirken?

Ich sage: Das Feiern von Gottesdienst und die Ausrichtung am Wort Gottes. Das ist eine ganz einfache Antwort. Ich stehe hier auf der Kanzel. Auch sie ein Werk von Ulrich Henn. Mein Vater – und nun erwähne ich zum dritten Mal die Festschrift – schrieb darin vor 50 Jahren: „Die Kanzel ist (…) bei den Menschen, denen sie verpflichtet ist. Auf ihrem langen Weg durch die Zeiten“ – diesen Weg zeichnet er nach in seinem Beitrag – „ist sie ihrem Auftrag treu geblieben, der Predigt des Wortes Gottes an sein Volk. Ist das noch zeitgemäß? (..) Kirche als Hüterin der Predigt?“ (..)Er erläutert die kritischen Anfragen damals und fährt fort: „Es gibt den ernsthaften Ruf nach einer lebendigen Predigt. Die Verantwortung der Prediger“ – und heute würde mein Vater die Predigerinnen nicht vergessen, das weiß ich genau! – „die Verantwortung aller, die predigen, ist groß. .. Gott segnet zum Glück nicht nur die starke Predigt. Darum wird es Frucht geben unter der Predigt und Wachstum. Das bronzene Rankenwerk an unserer Kanzel ist ein hoffnungsvolles Bild. Es spricht vom Leben.“ Soweit die Worte und Gedanken des früheren Pfarrers an der Stadtkirche und Dekans.

Ein hoffnungsvolles Bild – ja: dass Gott segnet und sendet, Frucht bringt und den Samen aufgehen lassen wird.

Was kann uns helfen, beim Gestalten der Zukunft? Gottesdienste feiern, die Bibel – über 2000 Jahre alt – zu uns sprechen zu lassen, sich immer wieder einzuüben in das Vertrauen, dass Gott uns nicht verlässt. Ich meine, das hilft uns, das stärkt, das ermutigt.

Erinnern. Feiern. Zukunft.

Liebe Festgemeinde, gehen Sie weiter fröhlich und aufmerksam durch dieses Jubiläumsjahr. Schenken Sie sich die Zeit zum Erinnern, zum Feiern, zum Entwerfen von Zukunft. Stehen Sie sich bei, wenn Zweifel und Sorgen Sie quälen. Lassen Sie sich stärken und ermutigen von Gottes Wort, seiner Treue zu uns.

„O Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens“. In meiner Zeit in den Kinder- und Jugendchören von Rolf Schweizer haben wir dieses Lied oft gesungen. Es gehört zum innersten Kern meiner Gemeinde- und Glaubensprägung. Dafür bin ich sehr dankbar. Dankbar, dass ich hier in dieser Kirche so viel gute Worte und wunderbare Musik hörte, die ich nie vergessen werde. Ich denke auch sehr gerne an das Konzert gestern Abend! Dankbar, dass ich zu einer Gemeinde gehörte, die sich senden ließ in die Arbeit am Frieden. Die hört nie auf. Deswegen die Bitte: „O Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens.“ Gleich werden wir dies singend beten.

Ein andres Gebet möchte ich davorsetzen. Ein Gebet der Herrenhuter Brüdergemeine, das sehr kurz, sehr einfach, sehr klar, die Zukunft der Welt in Gottes Hand legt.

„Auch jenseits unsere Kirchen und Gottesdienste, jenseits unserer Veranstaltungen und Freundeskreise suchst du dir dein Volk. Erbarme dich über uns, dass wir mehr davon sehen, was du siehst, dass wir mehr spüren, wie du liebst, und dass wir dahin gehen, wo du schon bist.“

Darauf spreche ich mein Amen.