Archiv der Kategorie: Aktuell

Predigt Festgottesdienst am 22.4.2018

Stadtkirche Pforzheim, 50 Jahre Jubiläum 22.4.2018
Dekanin Bärbel Schäfer, Lörrach

Erinnern. Feiern. Zukunft.

Kanzelgruß: Die Gnade unsres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

Liebe Festgemeinde!

Jedes Mal beim Betreten der Stadtkirche ging ich in den Jahren meiner Kindheit und Jugend hier in der Gemeinde auf die Eingangstüre zu, sah die Flammen, die vom Feuer umgebenen Mauern, sah die Geflüchteten, sah Lots Frau. Diese sticht besonders ins Auge, ist sie doch hervorgewölbt. Wie ein in Bronze gegossenes verzweifeltes Aufbäumen beim Anblick der untergehenden Stadt. Predigt Festgottesdienst am 22.4.2018 weiterlesen

50 Jahre Evangelische Stadtkirche Pforzheim

Wir haben etwas zu feiern: 50 Jahre steht die „neue neue Stadtkirche“.  Am 28. Mai 1899 wurde nach jahrzehntelanger Arbeit die erste Pforzheimer Stadtkirche auf dem Lindenplatz eingeweiht. Sie wurde zu Recht die „neue Stadtkirche“ genannt. Erstmals stand am Südrand der Stadt auf der Halbinsel zwischen Enz und Nagold eine Kirche. Diese „neue Stadtkirche“ galt als architektonisch herausragender Bau. Diese Kirche wurde keine 50 Jahre alt: Am 23. Februar 1945 wurde sie schwer beschädigt – und wieder dauerte es Jahrzehnte, bis eine neue Kirche festlich in Dienst gestellt werden konnte. Am 21. April 1968 wurde unsere jetzige Stadtkirche eingeweiht und 2018 hat sie am 21. April ihren Vorgängerbau schon um drei Jahre und 56 Tage überlebt. Daran wollten wir dankbar und fröhlich denken, wenn wir das Jubiläumsjahr begehen.

Hier ein Überblick der aktuellen Verantaltungen.

Kantatengottesdienst mit Abendmahl an Karfreitag , 30. 3. 2018 um 10 Uhr in der Stadtkirche

Predigt: Hans Gölz-Eisinger
Musik
: Oratorienchor, Jugendkantorei, Bachorchester
Leitung: Heike Hastedt
Orgel: Kord Michaelis

Karfreitag – Liedblatt

Predigt über Hebr. 9,15.26b-28

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen

I.

Hoffnung?

Hoffnung ist keine mehr da – am Freitagabend kurz vor Sonnenuntergang, kurz bevor der Shabbat beginnt. Kantatengottesdienst mit Abendmahl an Karfreitag , 30. 3. 2018 um 10 Uhr in der Stadtkirche weiterlesen

Gottesdienst am Sonntag Invokavit, 18. Februar 2018 um 10 Uhr in der Stadtkirche

Predigt: Andreas Waidler, Vikar
Orgel: LKMD Kord Michaelis

Predigt über 2. Kor.  6, 1-10

Liebe Gemeinde,

das Wort für diesen Sonntag Invokavit ist Teil des zweiten Briefes, den Paulus an die Gemeinde in Korinth und an „alle Christen in Achaia“ abfasst. Im zweiten Kapitel schreibt der Apostel: Gottesdienst am Sonntag Invokavit, 18. Februar 2018 um 10 Uhr in der Stadtkirche weiterlesen

Konzert 25./26. NOV ’17: Johannes Brahms, Vier ernste Gesänge und Ein deutsches Requiem

Seit Bachs h-Moll Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms´ Deutsches Requiem zu stellen vermag!“ So urteilt der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslik über die Uraufführung des neuen Werkes am Karfreitag des Jahres 1868 im Dom zu Bremen. Dieses erste Urteil ist nie in Frage gestellt worden. Konzert 25./26. NOV ’17: Johannes Brahms, Vier ernste Gesänge und Ein deutsches Requiem weiterlesen

Jubiläumskonzert „50 Jahre Bachorchester“

Die Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy steht am 31. Oktober 2017 auf dem Programm des erweiterten Bachorchesters. Mendelssohn schrieb dieses Werk als 20- Jähriger zum 300. Jubiläum der „Confessio Augustana“ im Jahr 1830. Anders als Bach hätte Mendelssohn dieses Werk „am liebsten nie aus dem Gefängnis seines Notenschranks entwischen lassen.“ Das Werk erscheint auch erst mehr als 20 Jahre nach Mendelssohns Tod im Druck und wird als Nummer 5 seiner Sinfonien geführt. Man fragt sich, warum dieses Werk den Weg in die große Musikliteratur geschafft hat, wenn der Komponist doch so gar nicht überzeugt war? Heute weiß man, das es ein anderer Umstand war, der den Komponisten so mißgelaunt machte: Mendelssohn hatte vor, sich im Rahmen der Festlichkeiten anlässlich der „300 Jahre Confessio Augustana“ als junger Komponist im Berlin der damaligen Zeit einen Namen zu machen, der ihm in Folge zu größerem Respekt verhelfen sollte. Die Konzeption einer Sinfonie mit kirchlichem Thema für den Konzertsaal erschien ihm genialer Gedanke und setzte die großen Hoffnungen eines 20-Jährigen hinein. In den Wirren der Französischen Revolution im Juli des Jahres verstrich das Jubiläum jedoch ungefeiert und die Sinfonie war zunächst einmal umsonst geschrieben. Somit kann in der Erinnerung eines Mendelssohn die Sinfonie zunächst nur negativ in Erinnerung bleiben. Die Geschichte hat uns anderes gelehrt. Heute erweist sich der Gedanke das theologische Thema mit dem Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ in den Konzertsaal zu bringen als weise Entscheidung.

Die Sinfonie ist beispielhaft für das persönliche Credo Mendelssohns, aber auch einer ganzen humanistisch geprägten Gesellschaft. Seine kompositorischen Mittel setzt Mendelssohn punktgenau ein: er schafft eine unübertroffene sakrale Stimmung zu Beginn, bindet liturgisch-melodischer Formeln ein und misst dem Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“, die Hauptrolle zu, die sein Credo in hymnischen Zügen feiert. Als zweites Hauptwerk erklingt an diesem Abend das Violinkonzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Solistin ist Hanlin Liang.

Johann Sebastian Bach: Messe in h-Moll

Mit der Aufführung der H-Moll Messe von Johann Sebastian Bach am 29. Oktober 2017 hören wir Bachs Credo, das er in seiner letzten Lebensphase zusammen fasste. Kompositorisch ist jede einzelne Note in diesem Gesamtwerk wohl gesetzt, überlegt, hat ihren eigenen Platz und ihre Bedeutung bekommen. Jeder einzelne Zusammenhang theologischer und kompositorischer Art fußt auf den Erfahrungen eines zeitlosen musikalischen Genies. Bei der näheren Beschäftigung mit diesem Werk, entdeckt man überall Bachs Antworten auf die Frage „Was glaubst Du?“ und man lässt sich begeistert dazu hinreissen, Bachs Antworten zu folgen, weil sie klug und schlüssig sind und so atemberaubend schön klingen.
Bei der Auswahl der einzelnen Sätze wählt Bach eines seiner frühen Stücke als Grundstein aus, der symbolträchtiger nicht sein könnte: das „Sanctus“. Es ist ein großartiges Abbild der damals allgemein bekannten und seit dem 4. Jahrhundert verbreiteten „Engelsordnungen“, die in verschiedenen Hierarchien dafür Sorge tragen, dass der Kontakt des Menschen zu seinem Gott gut geregelt ist und ungestört verlaufen kann. Welch großartige Grundidee, die der junge Bach in kompositorisch ausgefeilter Form dort in Klang umsetzt! Musik als Abbild des Himmlischen wird uns auch in der Einführungsveranstaltung zur H-Moll Messe am Sonntag, 29. Oktober, um 11.30 Uhr in der Stadtkirche beschäftigen.